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Mythen der Blogosphäre: Es gibt kein "richtiges" Bloggen

abgelegt im Archiv Blog News am 12.04.07

Mythen der Blogosphäre: Es gibt kein "richtiges" Bloggen
Auf der re:publica in Berlin hat heute der Blogexperte Dr. Jan Schmidt den interessanten Vortrag "Mythen der Blogosphäre - Wie wir bloggen" gehalten.

Seine Thesen in der Zusammenfassung: Die deutschsprachige Blogosphäre ist im Lauf der vergangenen Jahre so stark gewachsen, dass es inzwischen kaum noch sinnvoll ist, von "dem Weblog" zu reden. Vielmehr existieren zahlreiche Varianten: Persönliche Online-Journale und thematisch spezialisierte Angebote, Blogs von Austauschstudenten, IT-Expertinnen, Bürgermeisterkandidaten und Strickbloggerinnen. Manche wollen mit ihrem Blog überzeugen, andere wollen Geld damit verdienen, wieder andere wollen ihre Leser unterhalten oder einfach nur den Kontakt zu Menschen halten, mit denen sie bestimmte Interessen teilen.

Auf einem relativ simplen technischen Format bauen also ganz unterschiedliche Nutzungsweisen auf - und dennoch tauchen in der Diskussion um Weblogs immer wieder bestimmte Mythen auf, was denn nun /die/ Blogger, /das/ Weblog oder /die/ Blogosphäre genau ausmache. "Blogger sind übergewichtig und haben Dreitagebart", /"/Weblogs bilden eine kritische Gegenöffentlichkeit/" /oder/ /"99 Prozent aller Weblogs sind Müll" sind populäre Beispiele dafür.

Die Folien des Vortrags sind hier als PDF zu finden.

Und auf heise.de schreibt Detlev Borchert über den Auftritt des Bamberger Forschers: ... Die falsche Definition der Blogger als Nerds kommt Schmidt zufolge nur dadurch zustanden, dass unter den Top 100 der Blogs in Deutschland computeraffine Blogs meinungsführend sind. ... Tatsächlich bloggen deutschlandweit genausoviele Männer wie Frauen, deren "persönliche Öffentlichkeiten" sich nicht in den Relevanzmessern wiederfinden lassen. ... Überhaupt müsste Schmidt zufolge die Blogosphäre davon Abstand nehmen, manche Spielarten von Blogs als "irrelevant" zu bezeichnen, weil sie "Katzencontent" verbeiten. "Was bloggen ist, wird täglich neu ausgehandelt", lautete das Plädoyer des Forschers.


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Tags: re:publica  Jan+Schmidt  Weblogs 

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