Blogstudie: LeserInnen in Schubladen
abgelegt im Archiv Web 2.0 am 15.02.07
Die Universität Leipzig hat in Kooperation mit der Suchmaschine Ask.com über 600 Internetnutzer in Deutschland zum Thema Weblogs befragt. Anhand der unterschiedlichen Nutzungsgewohnheiten erstellte das Team um Studienleiter Prof. Dr. Ansgar Zerfaß erstmals für den deutschen Raum eine Typologie von Blognutzern und steckte sie in unterschiedlich etikettierte Schubladen. "Mit Hilfe der erhobenen Daten konnten wir zeigen, wie unterschiedlich die Motivationen sind, Blogs zu nutzen", so Zerfaß. "Es wird deutlich, dass Betreiber und Rezipienten von Blogs verschiedene Charaktere sind: Blogger sind extrovertierter, Blogleser stärker konsumorientiert."
Mehrheitlich sind Blognutzer laut Zerfaß "investigative Multiplikatoren", also Konsumenten, die mehr wissen wollen, Informationen aktiv weitergeben und gut vernetzt sind. Die Bedeutung für die Wirtschaft liegt auf der Hand: Blognutzer sind interessante Dialogpartner für Marketing und Unternehmenskommunikation sowie alle, die sich frühzeitig mit gesellschaftlichen Trends, neuen Ideen und kritischen Stimmen auseinandersetzen wollen.
Im Einzelnen identifiziert die Studie fünf verschiedene Blognutzer: 17,7 Prozent der Befragten wurden als "Social Networker" klassifiziert. Sie nutzen Blogs in erster Linie um in Kontakt mit Freunden zu bleiben, neue Bekanntschaften zu knüpfen und sich mit anderen auszutauschen. Ebenfalls 17,7 Prozent zählt die Gruppe der "Selbstdarsteller". Sie behaupten von sich "etwas zu sagen zu haben" und möchten "Ärger und Kritik loswerden". Aktive Blogger gehören eher einer dieser Gruppen an.
Die größte Gruppe bilden allerdings die "Wissensdurstigen" (23,7 Prozent). Sie nutzen Blogs in erster Linie um Hintergrundinformationen zu suchen; klassischen Medien trauen sie weniger als anderen Gruppen. Zwei weitere Gruppen sind die "Informationssucher" (18,9 Prozent) und die "Aktiven Konsumenten" (22,8 Prozent). Sie sind auf der Suche nach aktuellen Nachrichten bzw. Produktinformationen. Diese beiden Gruppen bestehen mehrheitlich aus Bloglesern und weniger aus Schreibern.
Blogs im Allgemeinen und Fachblogs im Besonderen sind laut der Studie wichtige Impulsgeber für neue Ideen und dienen als Grundlage der Meinungsbildung. Über zwei Drittel der Befragten (69,3 Prozent) entdecken in Fachblogs neue Themen und bilden sich hieraus eine Meinung. Lediglich 2,1 Prozent der Befragten trauen den Inhalten von Fachblogs nicht. Verblüffend ist das gute Abschneiden privater Blogs. Immerhin die Hälfte (51 Prozent) suchen dort nach Anregungen - und nur 12,1 Prozent trauen den Inhalten privater Blogs nicht. Damit schneiden private Weblogs fast so gut ab wie journalistische, aus denen sich 62,7 Prozent eine Meinung bilden und denen nur 7,2 Prozent nicht trauen.
Mehr Infos
Ergebnisbericht mit Abbildungen (PDF, 11.02.2007)
Permalink: Blogstudie: LeserInnen in Schubladen
Tags: BlogStudie Uni+Leipzig
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Wong
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