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Freistil
von njco am 30.12.05

So auch Hermanns in seinem Weblog. Verschiedene Medien zitierten ihn u.a. mit den Worten: "In meinen Ohren knackte es, dann wurde es schwierig zu atmen, und dann, wusch, war der Druck im Flugzeug weg. Die Passagiere wurden automatisch mit Sauerstoffmasken versorgt und konnten so bis zur Notlandung überleben."
Der Hintergrund der Geschichte: Nach einer Kollision mit einem Gepäckwagen hatte der Jet ein 30 Zentimeter großes Loch im Rumpf. Verletzt wurde niemand. Die Maschine vom Typ MD-80 landete sicher, keiner der 140 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder wurden nach Angaben der Fluggesellschaft verletzt. Ein Sprecher der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB erklärte am Dienstag, ein Gepäckarbeiter habe eingeräumt, dass er das Flugzeug mit einem Gepäckwagen gestreift und dies nicht sofort gemeldet habe. Er habe nach eigenen Angaben nicht bemerkt, dass die Maschine dabei beschädigt worden sei. Der Unfall verursachte eine Rille in der Aluminiumhaut des Rumpfes, die sich in 7.800 Metern Höhe zu einem Loch ausweitete.
Interessant ist aber auch folgendes: Im Mai hat Alaska Airlines auf dem Flughafen Seattle-Tacoma aus Kostengründen fast 500 Gepäck- und andere Bodenarbeiter entlassen. Gleichzeitig wollte man auch den Einfluß der Gewerkschaften mit dieser Entlassungsaktion brechen. Die Arbeit wurde der britischen Firma Menzies Aviation übertragen. Damit sollten jährlich 13 Millionen Dollar (11 Millionen Euro) eingespart werden.
Jeremy Hermanns schrieb vor diesem Hintergrund auch folgende Bemerkung in seinem Erlebnisbereicht von Flug #536: "This morning I found out that one of my assumptions was correct - there was a hole in the plane that caused the decompression. A hole that could have cost many lives, including my own. The enraging fact is that a non-union baggage handler ran into the side of the plane moments prior to take-off �... and that it was never reported. Thank god for the help of an amazing cabin crew and pilot. Without them, who knows what could have happened."
Einigen Verantwortlichen bei Alaska Airlines geht diese Kritik, ebenso der Hinweis über die permanent überbuchten Flüge bei dieser Fluggesellschaft, offenbar zu weit: In den Kommentaren des Weblogs häufen sich die Beschimpfungen. Nur dumm, dass die IP-Adressen der anonymen Schreiber auf Alaska Airlines verweisen. Eine wirklich seltsame Art von Krisen-PR.
via Micro Persuasion
Trackback: http://publish.creative-weblogging.com/publish/mt-tb.pl/
Wong
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